Ein Miniaturpferd ist die Miniaturausgabe seiner großen Verwandten, der Reitpferde.
Genauso, wie es verschiedenste Typen von Reitpferden gibt, so gibt es auch unterschiedliche Typen bei den Miniaturpferden: ein kleiner Araber, ein Vollblüter, ein Quarter Horse usw.
Wie bei jeder anderen Rasse ist auch das Miniaturpferd das Ergebnis von jahrelanger selektiver Zucht und Kombination verschiedener Pony- und Kleinpferderassen.
Trotzdem ist es kein Shetland-Pony oder ein anderer Ponytyp. Das Miniaturpferd hat einen deutlich anderen Körperbau und andere Proportionen: Das Miniaturpferd ist klein von Statur, es hat einen klaren Kopf mit spitzen Ohren, einen gut bemuskelten und möglichst schlanken Körper und lange, schlanke Beine mit feinen Gelenken. Das Miniaturpferd ist athletisch und elegant im Erscheinungsbild.
Aber nicht nur die kleine Statur und die Schönheit, sondern auch der Charakter fasziniert viele am Miniaturpferd.
Sie sind sehr freundliche Begleiter, haben eine sanfte Natur und sind besonders gut geeignet als Freund für Jung und Alt.
Sie sind sehr neugierig und eignen sich daher für die unterschiedlichsten Disziplinen. Gewöhnlich können sie leichte Einachser ziehen und manche Miniaturpferde verfügen über ein außergewöhnliches Sprungvermögen.
Kinder haben viel Spaß daran, mit ihnen einen Hindernisparcours zu absolvieren und Erwachsene zeigen sie besonders gerne im Show Ring oder halten sie einfach nur als guten Freund.
Wegen ihrer kleinen Statur können sie gerade im Fahrsport unglaubliche Kräfte entwickeln.
Die aufregendsten Klassen sind jedoch die Springklassen. Der Halter führt dabei sein Miniaturpferd durch einen Parcours, es muss Hecken überspringen, durch Wasser waten, durch ein Stangenlabyrinth finden etc.
Ein Hindernisparcours ist eine spannende und gern gesehene Sportart für Publikum, Pferd und Halter.
In der Zuchtklasse werden die Pferde nach ihrem Körperbau, ihrer Präsenz, ihrer Qualität, ihren Gangarten und ihrem Typ beurteilt. Diese Klasse ist natürlich die wichtigste für die Züchter.
Die Ergebnisse dieser Klassen zeigen die Qualität ihrer Pferde und geben Hinweise und Anregungen, in welche Richtung das Zuchtprogramm noch verbessert werden sollte.
Woher kommen sie ?
Entgegen anders lautender Theorien sind Miniaturpferde keine alte Rasse, die sich mit der Zeit entwickelt hat. Vor einigen Jahrzehnten haben Züchter angefangen, verschiedene Rassen zu kreuzen und so eine verkleinerte Ausgabe eines Reitpferdes gezüchtet.
Um die kleine Statur der Miniaturpferde zu erreichen, wurden nicht nur Shetland-Ponys, sondern auch Falabellas zur Zucht herangezogen. Für die Feingliedrigleit wurden Arenosas und Welshponys benutzt.
Damit der richtige Großpferdelook entsteht, wurden schließlich sogar Hackneys eingekreuzt.
Die modernen Miniaturpferde sind zum Teil den Arabern sehr ähnlich.
Sie haben Z.B. deren klaren Kopf mit weit auseinander liegenden Augen, einen Hechtkopf und die fließenden Bewegungen mit dem hoch angesetzten Schweif.
Welche verschiedenen Rassen genau bei der Zucht der Miniaturpferde relevant wurden, kann man heute nicht mit Sicherheit sagen. Man weiß aber, dass es einige Ausnahme-Miniaturpferde in den USA gibt und das auch dort das erste registrierte Miniaturpferd zu finden ist. Auch das erste Zuchtbuch für Miniaturpferde wurde in den USA gegründet.
Die „American Miniature Horse Association“ hat ihr Zuchtbuch allerdings vor einigen Jahren geschlossen und daher können keine Pferde mehr registriert werden, deren Eltern nicht auch als Amerikanische Miniaturpferde eingetragen sind.